Die Ergebenheit, mit der Chettha Sompothirak - Chess - auf die Knie sinkt, verrät die Zeit, die er in einem thailändischen Kloster verbracht hat. Zeit, die an dem 38-jährigen seit zwölf Jahren spurlos vorbei geht.
Auf der einen Seite zumindest, auf der anderen Seite ist der junge Nocturni nichts mehr von dem Mann, der er damals war. Ein Mann, am Leben, der Stolz seiner Familie, eine Schachfigur in den Fingern anderer Menschen.
Mit seinem Tod ist aus dem angehenden Heiligen ein unapologetischer Sünder geworden, der sich nur deshalb nicht genauer mit seiner Geschlechtsidentität auseinandersetzt, weil er einen Job und deswegen schon genug zu tun hat. Das Mönchsdasein hat er gegen Sexarbeit getauscht, die Obrigkeitstreue mit fremdem Blut aus seinem untoten Körper geschwemmt.
Sein Erschaffer hat vielleicht geglaubt, dass Chess Interesse daran haben müsste, sich an der Rettung seiner Welt zu beteiligen, aber in Wirklichkeit hat er dieser mit seiner Verwandlung nur einen weiteren Parasiten auf den Hals gehetzt.
» KARAMBIT (SICHELFÖRMIGES MESSER)
Begonnen hat es mit dem Wunsch eines Kunden, geendet ist es in einem der nützlichsten Geschenke, die Chess bisher im Bliss erhalten hat. Das Karambit ist ein feststehendes Messer mit gebogener, matt schwarzer Klinge, das Chess an einem Karabiner befestigt bei sich trägt. Er ist nicht sonderlich geübt darin, es tatsächlich als Waffe zu verwenden, aber nachdem Messer insbesondere in den Händen von absoluten Laien und Experten tödlich sind, macht das wohl wenig Unterschied.
» GARROTTE (STRANGULATIONSDRAHT)
Chess hat die selbstgefertigte Waffe gemeinsam mit dem Zimmer und ein paar Klamotten von seiner Vorgängerin übernommen. Verwendet hat er diesen speziellen Draht bisher noch nicht, auch weil niemand ihm bisher einen Grund gegeben hat etwas anderes als Hanfseil, Leder oder Seide um fremde Hälse zu legen. Aber er geht davon aus, dass er die Grundkenntnisse, die er von seinem Serienmörder-Kumpelfreund erlernt hat, schon noch irgendwie zusammen bekommt. Und wenn nicht, ist er bis er das merkt sowieso schon nahe genug, um sein Opfer notfalls einfach auszusaugen.